Interview mit Jas Chahal
und Parag Dasai,
Alumni GEMBA HSG

Stellen Sie sich einen Marktplatz für Physiotherapie vor. Einen Ort, an dem Patienten nach Therapeuten suchen und basierend auf Bewertungen und Profilen ihre Entscheidung treffen können. Wir hatten die Chance, mit Jas Chahal und Parag Desai zu sprechen, zwei der Gründer von therapia.com und Absolventen des Global Executive MBA HSG.

Was ist das Konzept von ‘Therapia‘?

Therapia ist eine Dienstleistung für das Gesundheitswesen. Eine Online-Plattform, welche die Patienten direkt und komfortabel mit dem entsprechenden Physiotherapeuten verbindet. Patienten ersehen anhand der Online-Plattform die Auswahlmöglichkeiten, basierend auf Preis, Standort, Benutzerbewertungen, Biographie und ihrem persönlichen Zeitplan.

Für die Physiotherapeuten bietet sich dadurch die Möglichkeit, ihre Einnahmen zu steigern, da sie vom Marketing und von den elektronischen medizinischen Aufzeichnungen, welche ihnen Therapia bietet, profitieren können. Ziel war es, ein Win-Win-Situation für Patienten und Praktiker zu schaffen und gleichzeitig die beste Gesundheitsversorgung zu gewährleisten.

Wer steht hinter Therapia?

Therapia hat sechs Gründungsmitglieder, davon sind vier Personen Alumni des Omnium Executive MBA Programms der Universität St. Gallen. Jas und ich sind beide praktizierende Ärzte, während Ambles Kwok und Luca Fornoni einen technischen bzw. finanzgeprägten Hintergrund mitbringen. Adam Brown und Joon Nah wiederum decken die Erfahrungen seitens Business Development ab. Ausführliche Informationen zu unserem Team sind auf unserer Homepage aufgeführt.

War es schon immer ein Traum von Ihnen, eine Firma zu gründen?

Ja. Es gab immer schon Ideen-Fragmente, die wir aber vor dem MBA-Studium nicht operationalisieren konnten. Mit Omnium verbanden wir die Idee, dass dies uns die Business-Instrumente & Techniken vermittelt, um diese Ideenfragmente auf eine neue und kreative Art zu Papier bringen zu können. Unsere Vorstellung war es, eine Idee zu nehmen, diese mit den Inhalten des MBA anzureichern und damit bereits vor dem Abschluss des MBA-Studiums Einkommen zu generieren.

Wie hat das Ihre Entscheidungsfindung beeinflusst?

Wir wurden während des Omnium-Programms ermutigt, ein Unternehmen zu gründen. Gerade hinsichtlich der Studienschwerpunkte der Führung, Innovation und Entrepreneurship.

Wann haben Sie erkannt, dass es sich lohnt, die Idee des Start-Ups zu verwirklichen?

Während unseres Entrepreneurship-Moduls in St. Gallen mit Prof. Tomas Casas. Der Hauptschwerpunkt des Moduls war, eine Geschäftsidee zu entwickeln und diese während eines Panels einer ‚Investoren-Gruppe‘ zu präsentieren. Diese praktische Erfahrung ermöglichte es uns, unser Modell durch einen prägnanten Pitch zu optimieren. Wir erhielten dadurch ‚kostenloses‘ Feedback von Klassenkameraden, Professoren und Experten. Unser Pitch wurde als Bester eingestuft und gab uns den entsprechenden Antrieb und die Motivation, mit unserer Idee weiterzufahren.

Was waren für Sie die bisher grössten Herausforderungen?

Unsere grösste Herausforderung ist, unserem Start-up Vollzeit zur Verfügung zu stehen, aber gleichzeitig auch, unsere beruflichen Aufgaben und unser Privatleben unter einen Hut zu bringen.

Start-ups lassen nicht viel Platz für Hobbys und Familie. Wie stellen Sie Ihre persönliche Work-Life-Balance sicher?

Wie bereits erwähnt, kann die persönliche Work-Life-Balance eine Herausforderung darstellen. Es ist offensichtlich, dass einige Dinge darunter leiden. Ohne die Unterstützung durch unsere Familien wäre es nicht möglich gewesen. In der Vergangenheit hatten wir viele verschiedene Hobbys, unser aktuelles Hobby ist nun die Leidenschaft für unser Start-Up-Unternehmen geworden. Nichtsdestotrotz sind wir darauf bedacht, den Menschen, welche in unserem Leben wichtig sind, die angemessene Zeit zu widmen. Für unsere Liebsten, aber auch für unsere persönliche Zufriedenheit.

Was ist der spannendste Teil in Ihrem Job?

Der aufregendste Teil dieser Reise war es, ein Produkt zu entwickeln, welches uns erlaubt, die Art zu verändern, in der Healthcare normalerweise angeboten wird.
Voran zu gehen, eine Strategie zu schaffen, zu wachsen und auszubauen ist zugleich spannend und herausfordernd.

Welches Wissen hat Ihnen bei der Gründung Ihres Unternehmens gefehlt und wie haben Sie es erlangt?

Der angewandte Innovationsprozess ermöglichte es uns, eine Methodik zu entwickeln, mit der wir Informationen sammeln, Punkte auf neue und kreative Weise miteinander verbinden und Lösungen in verschiedenen plausiblen Ansätzen entwickeln konnten. Ausprobieren und interaktives Bearbeiten ermöglichten permanente Verfeinerungen des initialen Prototyp-Produktes. Dieses Produkt verändert sich weiterhin durch erhaltene Daten und direktes Feedback. Sogar nach dem MBA ist der Lernprozess weiter aktiv, insbesondere in Bezug auf Analytik und Wachstumshürden. Aber die im MBA gelegte Basis in Bezug auf Innovation und Unternehmertum ist und bleibt unersetzlich.

Welcher Lerninhalt während Ihres Omnium GEMBA HSG-Studiums hat Ihnen am meisten weitergeholfen?

Wie bereits erwähnt, das Entrepreneurship-Modul in Kombination mit dem Innovationsmodul war ein Meilenstein für uns. Es ermutigte uns, grösser und anders zu denken und uns dynamisch vorwärts zu bewegen.

Welcher Teil des Studiums hatte den grössten Einfluss auf Sie?

Es war die Summe verschiedenster Erfahrungen in den oben genannten Modulen, welche Einfluss auf mich hatte. In Entrepreneurship hatten wir das Coaching durch Tomas Casas, und die Möglichkeit, einen „echten“ Startup-Pitch zu geben. Im Innovationsmodul war der grösste Takeaway der Aha-Moment beim Thema „Connectivate‘ und schliesslich war ein Meilenstein der „Pirates Marketing Funnel“ ein integraler Bestandteil zur Optimierung der Wachstumsstrategie.

Warum haben Sie sich für ein Omnium GEMBA HSG-Studium entschieden?

Neben den offensichtlich exemplarischen akademischen Erfahrungen, die ein solches duales Programm mit sich bringt, bietet dieses Studium die Gelegenheit, die Geschäftssprache zu lernen, den brennenden Wunsch nach Innovation und Entwicklung zu kultivieren, sowie die Welt zu bereisen und die Vielfalt der Kulturen und deren Geschäftsansätze kennen zu lernen.

Was ist Ihre Verbindung zum Medizin-Bereich?

Vier unserer Gründungsmitglieder kommen aus dem Gesundheitswesen. Adam und Joon sind Physiotherapeuten mit bedeutendem Branchenwissen und 15 Jahren Berufserfahrung in den Bereichen Business Development, Marketing und Operations. Parag Desai und Ich sind beide Ärzte. Ich bin orthopädischer Chirurg und Sportmediziner, an der Universität von Toronto und Parag ist Notfallmediziner in den USA und Primary-Care-Arzt in der Gegend von Toronto.

Wie war die Reaktion der Branche auf Ihre App?

Wir erhalten immer noch Feedback von der Branche, aber bisher war es durchwegs positiv. Wir wachsen jeden Monat und dieses frühe Wachstum zeigt die Marktfähigkeit unseres Produktes.

Welchen Ratschlag haben Sie an künftige Gründer von Start-Ups?

Es ist wichtig, ein Gründungsteam zu haben, mit dem man gerne zusammenarbeitet. Innovation und Wachstum muss mit Leidenschaft und harter Arbeit angetrieben werden, so dass es unabdingbar ist, Gleichgesinnte mit im Boot zu haben.
Die Kultur, innovativ zu sein und zu wachsen, wird von Leidenschaft und harter Arbeit angetrieben, so dass für Gleichgesinnte und sich ergänzende Individuen eine echte Spass-Reise möglich ist. Auch der Fokus auf Analyse und Wachstum gibt einen Rahmen, um sich vorwärts zu bewegen, sich zu drehen, zu wiederholen und am Ende hoffentlich erfolgreich zu sein.

Was sind die nächsten Schritte für Therapia? Wie sieht die nahe Zukunft aus?

Therapia wurde im Mai 2016 gegründet. Die nächsten Schritte beinhalten eine Expansion in zusätzliche Städte in Kanada in den nächsten sechs Monaten und den Schritt in die USA. Hinzu kommen kurzfristig die laufende Weiterentwicklung unserer Online-Plattform sowie die Beschaffung von Kapital mit kurzfristigem Horizont.

 

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Jas Chahal ist orthopädischer Chirurg und Sportmediziner an der Universität von Toronto.
Parag Desai ist Notfallmediziner in den USA und Primary-Care-Arzt in der Gegend von Toronto.

Sie sind zwei von sechs Gründungsmitgliedern von therapia.com. Die Idee zur Unternehmensgründung entstand im Laufe des Global Executive MBA HSG Studiums an der Universität St.Gallen.

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